Kolumbien 2019

- Tangaren, Tukane und Kolibris

Nach einer langen Anreise sind wir wieder in Bogota, der Hauptstadt von Kolumbien. Es ist unsere zweite Mietwagentour im Land mit den meisten Vogelarten; über 1930 wurden bisher gezählt.

Alle Unterkünfte, sowie Mietwagen haben wir in Deutschland gebucht und damit beim ersten mal gute Erfahrungen gemacht.

In diesem Jahr ging unsere erste Etappe nach Ibague, südwestlich von der Hauptstadt, auf einem kleinem Bauernhof. Die Verständigung ist wegen unserer schlechten Spanischkenntnisse schwierig. Doch einer in der Familie spricht einigermaßen englisch, der Rest geht mit einem Smartphone...Hier sehen wir die ersten Vögel, Blauflügel - Sperlingspapageien, Rotschwanzguan, Azurkopftangare. Spottdrossel, Glattschnabelani, Trauertyrann Rotscheiteltangare, Safranammer, Goldbrauen - Gimpeltangare, Schwarzohrpapagei, einen Falken und ein Braunrücken - Zwergspecht.

Wir erzählen unseren Gastgebern, das wir im letzten Jahr schon mal in Kolumbien waren. Darauf die Frage: Habt ihr Freunde hier? Als wir verneinen: können wir nicht eure Freunde sein? Na klar! Wir waren immer wieder erstaunt wie nett und hilfsbereit die Leute hier sind.

Unser nächster Stopp ist Buga, eine häßliche Stadt. Aber wir wohnen außerhalb in einem ehemaligem Kloster mit großem Garten und Pool.

Gegenüber ist ein sehr gutes Restaurant.

Unser Navi aus Deutschland mit dem Chip für Südamerika enttäuscht mal wieder. Buga gibt es nicht....

Die Hotelanlage und die Umgebung kannten wir schon aus dem letzten Jahr und es war der Wunsch meiner Frau, diese Unterkunft wieder zu buchen. So wurden wir auch wieder herzlich von der Chefin empfangen., Hier blieben wir 2 Nächte und fuhren u.a. zur Laguna del Sonso, einen Naturpark.

Von Buga geht es nun nach Pance, ein kleines Dorf südlich von Cali. Es können nur noch weinige Kilometer sein, unser Navi verläßt uns wieder, demnach sind wir im Dschungel... Nach Auskunft bei den Taxifahrern sind wir falsch. Das wiederum glauben wir nicht und fragen bei der Polizei nach, die telefonieren mit Kollegen, weil sie nicht aus der Gegend kommen. Nachdem einer von ihnen wohl die richtige Info bekommen hat, setzt er sich aufs Motorrad und fährt voraus. Es sind doch noch einige Kilometer bis zur neuen Unterkunft Hostel Casa Batara. Eine Bekannte oder Verwandte vom Besitzer  zeigt uns unser Zimmer, ein Bett und ein Schrank... Am nächsten Morgen kam eine Kolumbianerin, die in den USA lebt und so einiges für den Hausbesitzer arrangiert. Mit ihr besprachen wir alles Wissenswerte für unseren Aufenthalt in Pance. Die Wege zum Dorf und zu den Restaurants sind auch zu Fuß erreichbar.

In Kolumbien kann man, für unsere Verhältnisse günstig Essen gehen. Ein Mittag oder Abendessen kostet je nach Ansprüchen zwischen 2 und 8 Euro. Hier gibt es eine Gemeinschaftsküche, das kennen wir ja aus dem letzten Jahr in Kolumbien. Am Abend kam der Chef, der stellte sich seltsamer Weise nicht vor, aber am nächsten Morgen servierte er uns das Frühstück. 

Vorher saß ich schon auf dem Balkon um die vielen Vögel zu beobachten. Das ganze Dorf liegt mitten im Dschungel. Wir hatten auf jeden Fall das schönste Zimmer mit Blick in den Regenwald. Noch am gleichen Tag sahen wir Feuerbürzeltangare, Veilchenorganist, Bischofstangaren, Blatthühnchen, Blauscheitelmotmot, Rotscheiteltangare, Gelbbauchpfäffchen, Schwarztangare (Männchen schwarz und Weibchen braun) Braunrücken-Zwergspecht, Trauertyrann, Safranammer, Eichelspecht, Waldlaubsänger, Kuhreiher, Zaunkönig, Tüpfelguan, Palmentangare, Bananaquit oder Zuckervogel, Schwefelmaskentyrann und viele Kolibris, das Paradies zu Füßen. Mittags gehen wir ins Dorf um Mittag zu essen. Wir bestellen ein halbes Hühnchen und bekommen vorher noch eine Suppe.

Nach dem üppigen Mahl gehen wir noch weiter in den Ort und sehen etliche europäische Touristen, alles junge Leute, die wir hier nicht erwartet hätten. Manche kaufen ein und andere sitzen in den Restaurants. 

Auf unseren weiteren Spaziergang in der Umgebung sehen wir noch ein paar schöne Schmetterlinge.

Hostel Casa Batara bei Pance

Unser letzter Tag in Pance fahren wir noch zu einem Cafe mit Kolibris im Garten. Auf der schmalen Straße an einem Fluß gelegen zu parken ist schon etwas heikel. Wir gehen über eine schmale Brücke und sind schon da und überall schwirren Kolibris durch den Garten. Meine Frau bekommt einen Kaffee und ich ein Wasser, das ist im Eintrittspreis von 3 Euro mit drin.

Noch vor Mittag verlassen wir den Kolibrigarten und unsere Gastgeber sind erstaunt, das wir schon weiter fahren wollen, aber bis nach Borero Ayerbe über Cali ist ein zeitlich unberechenbarer Weg, wenn der Feierabendverkehr los geht. Bei der Ankunft fahren wir erst in den Ort um ein Mittagessen im asiatischen Restaurant ein zu nehmen.

Unsere nächste Unterkunft kennen wir schon vom letzten Jahr, das  Hotel Villasaman Refugium Campestre. Den heutigen Nachmittag relaxen wir am und im Pool.

Am Abend gehen wir in das angeschlossene Restaurant und der Koch freut sich uns wieder zu sehen, einer der wenigen die hier englisch sprechen. Wir werden umarmt wie alte Freunde...

Wenn wir es, wo auch immer mit englisch versuchten, fragten uns die Leute, ob wir in Deutschland nicht deutsch sprechen. Das man international englisch spricht wissen die meisten Kolumbianer nicht.

Kolumbien ist aus dem Dornröschenschlaf noch nicht richtig erwacht, denn über 50 Jahre gab es kaum Tourismus. Seit zwei Jahren bieten deutsche Reiseveranstalter Touren in diesem schönen Land an. Die FARC hat zwar die Waffen abgegeben, aber es gibt keinen Friedensvertrag und dann ist da ja auch noch die LNB, ebenfalls eine Rebellengruppe, die aber ausschließlich gegen die Regierung kämpft. 

Man sagt Kolumbien ist sicher und den Eindruck hatten wir auch. Natürlich gibt es auch Kleinkriminalität, aber überwiegend in den Großstädten. Da trifft es auch mal einen Touristen, wie in jedem anderen Land auch. Wir planen auch schon eine dritte Reise, jedoch noch länger als drei Wochen. 

Am nächsten Morgen fahren wir zur Finca Alejandria, zu Raul. Er wohnt im Regenwald und der Garten ist ein Hotspot für Vogelbeobachtungen.

Die Straße ist fürchterlich und es sind ein paar Kilometer...

Blauscheitelmotmot, Quetzal, Andenbartvögel, viele Tangarenarten und bis zu 14 verschiedene Kolibris bekommt man hier zu sehen. Auch hier waren wir schon im letzten Jahr und so wurden wir auch wieder nett empfangen. Wer möchte, kann hier Mittagessen.  

Wir hatten bei Youtube einen Bericht über Birdwatching auf seinem Grundstück gesehen, da war klar, dort müssen wir wieder hin.

Der Trend zu Vogelbeobachtungen (Birdwatching) kommt aus den USA. Wie in Costa Rica werden auch in Kolumbien organisierte Touren angeboten, allerdings für sehr viel Geld. So kostet eine zweiwöchige Reise ab Bogota mindestens 5000US$.

Da ich zwanzig Jahre in Deutschland ein Reisebüro besaß, war mir klar, das organisiere ich selbst. Eine Herausforderung ist lediglich das Autofahren. Man muss ausgeschlafen sein und voll konzentriert, denn dort wird rechts und links überholt. Ganz schlimm sind die vielen Motorräder in den Städten. An Geschwindigkeitsbegrenzungen hält sich sowieso niemand. Auf den Autobahnen sind es die vielen Tracks oder auch mal Lkw`s mit vier Anhängern.

Natürlich gibt es auch ein gutes öffentliches Verkehrsnetz mit Bussen, nur wer eine Unterkunft im Regenwald gebucht hat, braucht ein Taxi dort hin. Also die Anreise zu den Unterkünften und zu den Parks und Regenwälder sind umständlich zu organisieren, deshalb hatten wir uns für einen Mietwagen entschieden. Alle Unterkünfte, sowie den Wagen hatten wir wieder vorher in Deutschland gebucht.

Nach dem wir uns den ganzen Tag bei Raul aufgehalten hatten, ging es am späten Nachmittag zurück ins Hotel und dann in den Pool. 

Am nächsten Morgen fuhren wir, eine sonst ruhige Straße in den Dschungel, doch viele Einheimische hatten Wochenende und nutzten das kühle Nass eines Wasserfalls auf der Strecke. Ab dort wurde es dann wirklich ruhiger und so konnten wir uns auf die Vögel konzentrieren.

Zum ersten mal habe ich hier zwei Purpurmaskentangaren gesehen.

Buenaventura, eine Stadt am Meer war unser Ziel am folgenden Tag. Als wir vor dem gebuchtem Hotel standen, wies uns ein alter Mann einen Parkplatz zu, um die Koffer auszuladen. Wir brachten sie zur Rezeption und der Parkplatzanweiser fuhr mit mir ins Parkhaus, eine Straße weiter, indem wir das Auto kostenlos abstellen konnten. Dann ging ich mit ihm zum Hotel und er half uns noch die Koffer in die erste Etage zu bringen. Einen Aufzug gab es erst dort, für die oberen Stockwerke. Wir haben uns ein wenig mit dem alten Mann unterhalten, er sprach etwas englisch. Ich gab ihm ein Trinkgeld und er erzählte uns, das er ein künstliches Knie habe und so einer quält sich mit unserem Gepäck ab. Er meinte er müsse arbeiten, weil es keine staatliche Rente gibt.... 

Hier in Buena, wie die Stadt auch genannt wird, gibt es Ebbe und Flut. Während der Ebbe sieht man viele Wattvögel, wie Seidenreiher, Mangrovenreiher, Schmuckreiher und einige die ich nicht kenne. 

In der Stadt gibt es ein paar gute Eiskaffees, die wir getestet haben, alle prima und auch die Restaurants am Meer. Weil es so heiß war, haben wir ein Mittagsschläfchen gehalten und wurden dabei vom Parkplatzeinweiser gestört. Er kam an die Zimmertür und brachte uns einen großen Eisbecher mit Früchten und der hat bestimmt dreimal soviel gekostet, wie das Trinkgeld, das ich ihm gab. Ich kann nur wiederholen, was für nette Menschen es in Kolumbien gibt.

Außer diesem schönen, großen Platz mit den Restaurants am Meer ist es keine schöne Stadt und so freuen wir uns auf die nächste Unterkunft am Calimasee.

Hier haben wir eine Hütte für uns allein und müssen uns selbst versorgen oder ein Restaurant aufsuchen. Bevor wir dort hinfahren halten wir noch ab und zu am See um Vögel zu fotografieren. Auch hier habe ich mich vorher zu hause über die Zufahrt informiert, denn die Straße oder besser gesagt der Weg zur Unterkunft hat keinen Namen. Wir hielten an einem Laden und die Besitzerin telefoniert für uns mit dem Hausvermieter, wo genau es liegt. Diesmal sind wir ziemlich nah dran, noch drei Kilometer und dann links hoch. Der Besitzer, der sogar etwas deutsch spricht ist nicht vor Ort, aber ein benachbarter Bauer macht uns das Tor zum Grundstück auf und wir sind begeistert eine "Almhütte" mit Seeblick. Wir bezahlen die Miete, wie fast überall mit Bargeld und freuen uns auf den tollen Ausblick. Eine Dusche draußen und ein Bad in der Hütte, sowie eine kleine Küche, herrlich.

Hier brauche ich mich kaum von der Hütte weg zu bewegen, Blauscheitelmotmot, Tangaren u. a. die schönen Azurkopftangaren, Braunrücken - Zwergspecht, Gelbbauch - Olivtyrann, Rubintyrann, Safranammer, Schwefelmaskentyrann und Spechte, wie den Linienspecht sind vor der Tür.

Auch wenn Handtücher und Toilettenpapier fehlten, hier würden wir immer wieder hin kommen. Meine Frau hat Zeit ein Buch zu lesen und ich brauche nur den ganzen Tag "abdrücken".

Am nächsten Tag kam der Bauer von nebenan, der uns den Schlüssel für die Unterkunft gab und brachte uns einen Sack voll Orangen, so viel, das es nur noch O-Saft gab...

Vom schönen Calima See fahren wir nach Manizales, auch hier waren wir im letzten Jahr in die Finca Morogacho. Wir hatten ein bestimmtes Zimmer bei dem uns ja bekannten Besitzer gebucht.

Ein paar Kilometer von der Finca entfernt, gibt es einen gut begehbaren, kleinen Nationalpark. Hier ist auch ein Aussichtsturm und es gibt reichlich Vögel zusehen wie Tukan, Kolibris, viele verschiedene Tangaren, sowie einen Blauscheitelmotmot.

 

Mittags haben wir im Dorf gegessen und zum Abendessen waren wir in der Unterkunft, in der es vegetarisches Essen gab. 

Von Manizales ging es wieder Richtung Bogota nach Mariquita. Ein Zwischenstop auf dem Weg Richtung Flughafen, um zeitlich nicht in Bedrängnis zu kommen. Hier waren wir in einem Hotel namens Las Acacias. Das war schon ein großes Hotel mit Pool und vielen Zimmern. Uns hat es nicht besonders gefallen, aber der Ort Mariquita war umso interessanter. Wir haben einen ausgiebigen Spaziergang gemacht und uns wieder mal ein leckeres Eis gegönnt.

In der Hotelanlage gab es auch einige Vögel zu sehen.

 

Nach dem Frühstück am anderen Morgen fuhren wir nach La Vega. Unser Hotel lag direkt an der Autobahn und wir waren überrascht wie ruhig es abends war. Tagsüber laute Musik am Pool, das brauchen die Kolumbianer. Mich interessierten mehr die Kolibris, Tangaren, Safranammer und Spottdrosseln, die man im Garten und am angrenzenden Fluss sehen konnte.  

Kolumbien ist sehr gebirgig und so konnte man es in vielen Regionen bei der Hitze aushalten, weil die Unterkünfte auch oft über 1000 oder 2000 m lagen. Nur in La Vega war es sehr heiß und so haben wir uns auch den Nationalpark dort gespart.

Zwei Tage später fuhren wir zum Flughafen von Bogota, gaben unseren Mietwagen ab und unsere tolle Reise endete mit dem Rückflug nach Deutschland, via Paris.