kein schöner Blick aus dem Hotelfenster Fontibon in Bogota
kein schöner Blick aus dem Hotelfenster Fontibon in Bogota

Kolumbien 2018

 

Mit Iberia Flug 6585 von Amsterdam via Madrid geht unsere erste Reise nach Kolumbien zur Hauptstadt Bogota. Wegen der langen Anreise mit Ankunft um 16:35 Uhr und Annahme des Mietwagen bleiben wir die erste Nacht in dem Hotel Fontibon in nähe des Flughafen. Wieder mal Glück gehabt, wir bekommen ein großes Doppelzimmer mit großer Badewanne im Zimmer.

Um noch ein Abendessen zu uns zu nehmen, gehen wir zu Fuß in der gleichen Straße in dem das Hotel liegt, in ein kleines Restaurant. Hier kann ich auch ein Bier trinken, da ich nicht mehr fahren muß.

Ausgeschlafen gehen wir am nächsten Morgen in den obersten Stock um das mit gebuchte Frühstück einzunehmen. Die Hotels, teilweise Privatzimmer und Mietwagen hatten wir bereits in Deutschland gebucht. Heute haben wir eine lange Wegstrecke vor uns nach Manizales, 300km laut Google, Dauer ca. 7 Stunden. Leider stimmen die Zeiten nicht, denn die Straßen sind nicht überall gut. 

Bischofstangare an den Früchten
Bischofstangare an den Früchten

Auf Autobahnen bezahlt man eine Gebühr. Trotz Navi landen wir irgendwo in Manizales Da es schon dunkel ist fragen wir einen Taxifahrer, der sollte voraus fahren.  Die Stadt Manizales ist eine Großstadt mit über 400 000 Einwohnern, sie liegt auf über 2000m und das macht sie angenehm von den Temperaturen her. Unsere Unterkunft liegt aber außerhalb der Stadt. Straßenschilder oft Mangelware und aus den 7 Stunden wurden über 10 Stunden inklusive Mittagspause. Die schmale Straße zur Finca Morro Gacho wären wir ohne den Taxifahrer wohl gar nicht gefahren. Der Besitzer ist ein Iraner, der hier mit seiner Lebensgefährtin die kleine Finca betreibt. Hier bleiben wir erst einmal drei Nächte. Gut das es noch etwas zu essen gab, allerdings nur vegetarisches...

Die Reise nach Kolumbien haben wir hauptsächlich wegen der exotischen Vögel gemacht. Im Garten stand ein Baum vor unserem Zimmer mit seltsamen Früchten und es kamen jeden Tag verschiedene Tangaren. Einen Kolibri haben wir auch entdeckt.  Meine Frau lag mit einem Buch in einer Hängematte und ich bin den Vögeln hinterher....

 

Heinetangare oder Schwarzscheiteltangare
Heinetangare oder Schwarzscheiteltangare

Ganz in der Nähe der Finca gib es den Ecoparque the Arenillo Alcazares, er ist fußläufig und wir sind an den beiden restlichen Tagen dort gewesen. Eine Fülle von schönen, bunten Vögeln: Tangaren, Kolibris, Spechte und Tukane.  Es gibt ein paar hundert verschiedener Tangaren, alle in Amerika, hauptsächlich in Lateinamerika. Hier in Kolumbien haben wir

auch sehr viele gesehen.

In Kolumbien gibt es weltweit die meisten Vogelarten, 1937, davon viele endemische und etwa 200 Durchzügler. Weiter zählt man über 200 Vogelschutzgebiete im Land.

Unser nächstes Ziel war der Ort Jardin. Um dort hin zu  kommen mußten wir einen Umweg

in Kauf nehmen. Es waren eigentlich nur 103km, aber die direkte Strecke war nicht zu empfehlen und so dauerte es fast 6 Stunden für 145km.

In Jardin, so hatten wir uns vorher schlau gemacht, gibt es den Andenfelsenhahn (Cock of the rock) zu sehen. Es ist ein kleiner beschaulicher Ort, besser gesagt ein Dorf. Hier haben wir im Hotel Sergeant Pepper`s (Platte von den Beatles) zwei mal übernachtet. Wir fragten ob der Chef ein Beatles Fan sei wegen des Namens, Achselzucken, also keine Ahnung...

Am nächsten Tag machten wir uns auf, um die Felsenhähne zu sehen. Dazu ging man an den Fluß, der an Jardin vorbei fließt und klopfte an ein Tor. Die Vögel befinden sich nur in dem Abschnitt im Ufergebüsch auf einem Privatgrundstück. Man bezahlt umgerechnet 3 Euro Eintritt und kann dort die Hähne fotografieren oder auch andere Vögel im Garten.

Hotel Imca
Hotel Imca

Von Jardin nach Buga sind es nur 252km und für die Strecke brauchten wir etwa acht Stunden. Wir fuhren eine derart schlechte Strecke das wir schon wieder umkehren wollten. Es kam uns ein Radfahrer entgegen und wir fragten ihn ob wir richtig seien.

Ja meinte er, nur die ersten ca. 60km seien schlecht.. Wir haben solche Schlaglöcher noch nicht gesehen und so brauchten wir über vier Stunden für diesen Abschnitt. Ich hatte mir parallel zu der SD Karte für Kolumbien (Navi) Karten von Google ausgedruckt und die halfen uns einige male weiter, denn z.B. Buga eine größere Stadt gab es laut Navi nicht. Also mußten wir hier auch Passanten fragen um zum Hotel Imca zu kommen. Es lag außerhalb der quirligen Stadt im Süden. Das Hotel war einst ein Kloster und ein Gebäude wurde zum Hotel umgebaut. Ein großer Garten mit Pool vielen Bäumen und Sträuchern war auch für viele Vögel ein Paradies. Die Chefin hat uns sehr nett empfangen, als wären wir alte Freunde. Überhaupt sind wir in Kolumbien überall herzlich empfangen worden.

Frühstück gab es in einer Kantine. Ein sehr gutes Restaurant gab es schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite und abends mußte man früh da sein, sonst hieß es anstehen.

Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug zum Sonso Lagune Reservat, leider haben wir die Vögel, die es hier geben soll nicht gesehen, dafür aber andere. Unterwegs kamen wir an einer schönen Villa mit Garten vorbei und ich hatte eine Bischofstangare im Visier. Der Gärtner am Haus sah das und ich erzählte ihm das ich Vögel fotografiere und so öffnete er das Tor und wir konnten im Garten spazieren gehen und dort Vögel ablichten. Als wir uns dankend verabschiedeten gab er uns noch einen Sack voll Apfelsinen, die reichten für den Rest des Urlaubes. Jeden Morgen O-Saft...

Blick auf Cali vom Hotel Magic Garden
Blick auf Cali vom Hotel Magic Garden

Cali, eine Großstadt die heute auch Drogenumschlagplatz in Kolumbien ist. Wir haben zwei Nächte im Hotel Magic Garden gebucht. Es liegt auf einem Hügel

und man hat einen schönen Überblick über die Stadt. Wie so oft gibt es eine Gemeinschaftsküche, jeder trägt etwas dazu bei und jeder kann nehmen was

da ist.

Bei einem Spaziergang in der näheren Umgebung treffen wir auf eine Schulklasse und als die Lehrerin merkte, das wir keine Einheimischen sind, fragt sie uns ob wir ein paar Fragen der Schüler beantworten möchten, die sollten nämlich auch englisch lernen. Wir haben viel Spaß, denn das Englisch war deutlich schlechter als unsere Sprachkenntnisse.

Wir machen uns auf die Suche nach einem Restaurant für das Mittagessen und treffen auf ein Restaurant namens Berlin an einem See gelegen. Auch hier fragen wir warum es so heißt und erzählen, das die deutsche Hauptstadt Berlin ist. Wirklich interessiert hat das niemand. Also essen und zurück nach Cali...

Dort schlendern wir an einem Fluß entlang und sehen einen Rotkappenspecht in einem Bambusrohr sitzen. Cali ist schon eine schöne Stadt verglichen mit der Hauptstadt Bogota.

Hotel Villasaman Refugium Campestre in Borero Ayerbe
Hotel Villasaman Refugium Campestre in Borero Ayerbe

Nur etwa 35km entfernt ist unser nächstes Ziel Borero Ayerbe . Wir haben die Unterkunft Hotel Villasaman Refugium Campestre bewußt gewählt, weil es hier in der Nähe ein Hotspot für Vogelfreunde gibt. Aus den USA kommen dort viele organisierte Gruppen um Kolibris und Tangaren zu fotografieren. Die Straße dorthin hat keinen Namen, sie wird km18 genannt und ich kenne es aus einem Video bei Youtube. Natürlich brachte unser Navi uns  nicht dahin. Wir fragten bei der Polizei auf einer Hauptstraße nach, die machten gerade Kontrollen und einer von ihnen Polizist setzte sich auf sein Motorrad und fuhr vor uns her zur Finca Alejandria. Der Besitzer Raul staunte nicht schlecht, als wir mit der Polizei ankamen. Wir erzählten Raul warum die Polizei dabei war und er gab dem Polizisten eine Flasche Wasser. Wir bedankten uns bei ihm und dann konzentrierten wir uns auf die vielen Vögel die wir hier sahen. Raul erzählte uns, das hier bis zu 14 Kolibriarten im Garten herum fliegen. Auch die verschiedenen Tangaren kamen nach und nach in den Garten. Es war ein Traum. Außerhalb seines Grundstückes gab es noch einen Quetzal zu sehen.

Hotel Villasaman Refugium Campestre
Hotel Villasaman Refugium Campestre

Am späten Nachmittag fuhren wir von der Finca Alejandria el Paraiso los Colibris

(auch Raul`s Place genannt) zum Hotel zurück, um noch den Pool zu nutzen. 

Mit dem Koch im Restaurant hatten wir Freundschaft geschlossen. Er besorgte mit seinem Moped im nächsten Ort was er nicht vorrätig hatte. Meine Lieblingsspeise in Kolumbien war Lachsforelle (Trucha asalmonada), ein Genuss...

Am nächsten Tag fuhren wir durch den Ort Borero Ayerbe weiter in Richtung Dschungel. Wir kamen an einem Wasserfall vorbei, den nutzen viele Kolumbianer als Pool und Dusche. Ich wollte jedoch Vögel sehen und es wurde immer einsamer und die Straße immer schlechter. Es hat sich gelohnt, ein paar Tangaren und Schmetterlinge bekamen wir zu sehen. Auf dem Rückweg haben wir nochmal am Wasserfall gehalten und dort gab es gegrillten Fisch zu essen.

die Küche, neben an war ein kleines Restaurant
die Küche, neben an war ein kleines Restaurant

Den dritten Tag haben wir in der Nähe des Hotels verbracht. Sind ins Dorf gegangen und haben ein tolles Restaurant gefunden, bei dem die Küche in einem LKW war. Dort haben wir zu Abend gegessen. Mittags haben wir uns in einem asiatischen Imbiss / Restaurant den Bauch vollgeschlagen. Die Kolumbianer finden es immer amüsant, wenn sie Europäer sehen. Sie kennen kaum Tourismus, sie reisen selbst viel im eigenen Land umher. Sie sind auch nicht anspruchsvoll, ein Pool am Hotel und laute Musik, damit sind die meisten glücklich; zumindest hatten wir den Eindruck. Tourismus aus Europa hatte gerade begonnen. Von den Veranstaltern in Deutschland war FTI wohl der erste der Autoreisen anbot. 

Kolumbien wurde als sicheres Land angeboten, nachdem die Rebellen, die FARC die Waffen größtenteils abgegeben haben. Sie kämpften auch auch gegen den Staat wegen der Landenteignungen und nicht gegen Touristen. Ein Bekannter von mir ist auch schon in den 90er Jahren dort hin geflogen...

Hotel El Zorzal
Hotel El Zorzal

In Salento, unserer nächsten Station übernachten wir in dem Hotel El Zorzal, direkt am Stadtrand mit einem schönen Garten.  Von Cali aus waren ca. 230 km zu fahren und wir trafen am Nachmittag dort ein. Auf der überdachten Terrasse konnte man wunderbar Vögel beobachten. Hier einen Tukan, genauer gesagt einen Laucharassari, eine kleine Tukanart zu sehen war erstaunlich. Außerdem sahen ein Blauscheitelmotmot, einen Eichelspecht, einen Veilchenorganist und diverse Tangaren. Am nächsten Tag machten wir uns auf nach Valle de Cocora in dem es Wachspalmen zu sehen gab. Sie sind sehr groß und wirken mit den paar Blättern schon sehr komisch. Wir kamen an einem Fluß vorbei, den wir ein Stück entlang liefen. Da es hier keine Vögel zu sehen gab, drehen wir wieder um und auf dem Rückweg kommen uns Pferde mit jungen Leuten entgegen. Wir hören, das sie deutsch sprechen und fragen sie, woher sie aus Deutschland kommen. Aus Münster, das ist ja unglaublich, da fliegt man über den großen Teich und trifft Landsleute aus der Heimat...

Auf dem Weg zurück nach Salento kommen wir an dem schönen Restaurant Laurita vorbei und dort gibt es wieder meine geliebte Lachsforelle...den Nachmittag sitzen wir wieder auf der Terrasse im Hotel. Es kommen wieder ein paar Tangaren vorbei...und man trifft

andere Touristen aus verschiedenen Ländern.

Blauscheitelmotmot
Blauscheitelmotmot

Am nächsten Tag ist Ostern und da ist im Dorf richtig was los. Viele kommen von außerhalb und alle Parkplätze sind besetzt. Es ist ein richtiges Volksfest und die Kolumbianer haben sich schick gemacht. Es gibt Verkaufsbuden wie man das bei uns kennt und für die Kinder - Autos die von "starken" Männern geschoben werden.

Nachdem wir viele Eindrücke von der Osterparty gewonnen haben ziehen wir uns zurück, in einer ruhigeren Seitenstraße um einen Caipirinha in einer kleinen Bar zu 

trinken. Es fängt an zu regnen und so bekommen wir unser Getränk "abgeschirmt" serviert. Nachdem der Regen nachgelassen hat ziehen wir uns ins Hotel zurück und dann gab es einen heftigen Tropenregenschauer...

Am nächsten Morgen müssen wir früh aufstehen, es geht zum Flughafen nach Bogota. Etwa 300km sind zu fahren, Mietwagen abgeben und wieder eine Übernachtung im Hotel Fontibon steht an. Für 5 Tage fliegen wir nun nach Santa Marta für einen Strandurlaub. Unsere Unterkunft Casa Ines liegt noch am Stadtrand.

abgeschirmter Caipirinha
abgeschirmter Caipirinha

Der Inhaber von Casa Ines ist ein Amerikaner und der Name Ines ist von seiner Mutter.

Am weitläufigen, breiten Strand sind nur wenige Menschen. Ein paar Kilometer Richtung Stadt ist es voller, aber das brauchen wir nicht. 

Nach 2 Tagen machen wir einen Tagesausflug mit dem Taxi nach Minca, eigentlich um dort Vögel zu fotografieren, aber das Dorf ist ein touristischer Ort und so bekommen wir hier nicht viel zu sehen. Wir kommen an einem Fluß vorbei und da ist ein Cafe, an dem meine Frau einen Kaffee trinken möchte, ich äußere meine Bedenken hier im Dschungel einen zu trinken. Das bekommt der Mann im "Kiosk" mit und fragt auf deutsch, was wir denn möchten. Dann erzählt er uns von der Auswanderung und das sie immer noch Reisen machen und Zimmer vermieten. Wären wir einen Tag früher gekommen hätten wir noch einen Tukan gesehen, der nach einer Verletzung von ihm aufgepäppelt wurde und ihn gestern noch mal besucht hatte. Er zeigte uns Fotos von dem schönen Vogel...

Nach weiteren Strandtagen und Stadtbummeln heißt es Koffer packen und Rückflug von Bogota, via Madrid nach Amsterdam. Kolumbien wir kommen wieder... siehe 2019